Ich bin so ein Mensch …

… eine Aussage, die ich oft höre – und ehrlicherweise auch selbst immer wieder sage. Gleichzeitig merke ich, wie schwierig solche Sätze sein können. Denn limitierende Aussagen tun genau das: Sie limitieren. Sie nehmen Raum für Entwicklung, Veränderung und neue Erfahrungen.

Warum treffen wir solche Aussagen überhaupt?

Oft, weil wir versuchen, unser eigenes Ich zu definieren. Wir wollen verstehen, wer wir sind – und vielleicht auch, wer wir nicht sind.

In der Psychologie wird Persönlichkeit häufig als Mischung aus stabilen Anteilen (Traits) und unserem aktuellen Zustand (States) beschrieben. Das bedeutet: Es gibt tatsächlich Tendenzen, die stabil in uns angelegt sind – aber nicht jedes Verhalten ist automatisch „unsere Persönlichkeit“.

Sätze wie „Ich bin so ein Mensch, der …“ versuchen Verhalten zu erklären – aber manchmal dienen sie auch dazu, nichts verändern zu müssen. Wir sitzen fein säuberlich in unserem Gedankenkäfig fest und beschweren uns wunderbar über die Umstände – aber ändern? Naja, geht ja leider nicht „ich bin ja so ein Mensch, der …“

Lasst uns auf die Forschung in unserer Persönlichkeit gehen – aber lasst uns nicht vergessen, dass unsere Taten auf Entscheidungen basieren. Denn wenn wir nichts verändern, verändert sich eben auch nichts.


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