Ich bin privilegiert. Ich habe keine Geldsorgen. 

Wenn auch meine Familie nicht im Überfluss gelebt hat, so bin ich doch in einer Gesellschaft des Überfluss aufgewachsen. In der Nötiges nie Mangel war und Gewünschtes erreichbar. Was für meine Eltern Luxus war, wurde für mich Standard. Ist einmal der Lebensstandard gestiegen, ist es schwer zurück zu treten. Der Traum, der verkauft wird, geht immer nach oben, beinhaltet immer mehr.

Die heutige Gesellschaft ist gebeutelt von Krisen. Die Fassade der “westlichen Welt” hat Risse. Der Traum von immer höher wird gejagt von steigenden Preisen, Unsicherheit und Willkür. Ein Traum mit hohem Albtraum Potenzial. 

Vielleicht ist es Zeit diesen “Traum“ zu überdenken. Statt ”Mehr“ die Freude im “Weniger” zu entdecken. Hinschauen was einen selbst zufrieden macht statt zuzuhören was zu einem Glück notwendig sei. Die Ruhe der Einfachheit genießen statt im Lärm um den neusten Trend mit zu schreien. 

Vor 9 Jahren habe ich mich dazu entschieden meinen Besitz zu reduzieren. Ressourcen bewusst einzusetzen statt unachtsam zu verschwenden. Getrieben wurde diese Entscheidung aus einem Gefühl der Unzufriedenheit. Unzufrieden darüber nie genug zu haben, immer noch etwas zu “brauchen” um … ja um was eigentlich? 

Was im Physischen began sickerte mit der Zeit hindurch ins Mentale. Schritt für Schritt habe ich gelernt mich selbst zu hinterfragen. Zu hinterfragen für was ich mein Geld, meine Zeit, meine “Nerven” hergeben möchte. 

9 Jahre später habe ich weitaus weniger Besitz, Klarheit im Bezug auf Konsum, Grenzen gegenüber anderen und vor allem Zufriedenheit. Der Traum vom Aufstieg durch “immer mehr” ist ausgeträumt. Ich träume nun von Freiheit durch Wesentliches. 


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